Sonntag, 26. Oktober 2014

No.3 Mk II - Etwas Farbe muss sein ...

Hallo, zusammen,
das war jetzt eine lange Pause bei der Berichterstattung über die neue No.3. Eigentlich wollte ich das Boot ja bis zur Adventsregatta Ende November fertig haben.

Musst ja nur noch lackieren und ein bisschen Kleinkram machen  - so dachte ich im Sommer ...

Dann kam ich aber auf die Idee, mal was Neues auszuprobieren. Mit den Sprühlacken stehe ich ja von Anfang an auf dem Kriegsfuß (oder die mit mir). Die alten, schönen Alkydharzlacke bekommt man nicht mehr und die wasserbasierten Acryllacke konnten mich bisher weder beim Verarbeiten mit Pinsel oder Rolle, noch beim Airbrushen überzeugen. Modellbaufarben sind zwar besser, aber da sind die Farbpaletten wieder sehr speziell.

Inzwischen nannte ich eine neue Airbrush mein Eigen (eine Colani) und man hört viel Gutes von Zweischichtlackierungen. Also habe ich kurzerhand Airbrushfarbe und 2K-Klarlack geordert - und das Drama nahm seinen Lauf.

Quelle: Harder & Steenbeck
Der Rumpf war ja mit Epoxi-Grundierung vorbehandelt, allerdings hatte ich die beim Feinschliff an einigen Stellen doch durchgeschliffen. Da rote Farbtöne in der Regel nicht allzugut decken und ich keine scheckige Oberfläche riskieren wollte, habe ich als erste Schicht weiße Airbrushfarbe aufgetragen. Nach dreimal Übernebeln deckte die Schicht bereits. Die neue Colani ist ein super Teil und diese Vorlackierung gehörte zu meine besseren Lackierungen - dachte ich.
Es heißt ja immer, die Airbrushfarben sind beim Auftreffen auf das Objekt schon so gut wie trocken - bei mir nicht. Den eigentlichen Farbauftrag am gleichen Tag noch machen zu wollen, ging beim besten Willen nicht. Das Trocknen dauerte ewig. Die Schicht hatte dafür aber auch erst einmal reichlich Zeit zum Durchtrocknen. Gleich weitermachen ging nicht und danach waren wieder Diensteisen angesagt.

Durch das langsame Trocknen war natürlich reichlich Staub in der Oberfläche. Also mit 1000er Nassschleifpapier versucht, den Staub rauszuschleifen. Nach 20min war der Farbauftrag wieder komplett runter. Die Farbe war zwar oberflächlich trocken aber im Untergrund noch so weich, dass ich die Farbe mit Wasser und Küchenkrepp problemlos abwaschen konnte ... So viel zum Thema "wasserfest auftrocknende Airbrushfarbe".
Vom Hersteller erhielt ich dann den Tipp, eine spezielle PUR-basierte Airbrushgrundierung zu verwenden, da Epoxidharz ein schwieriger Untergrund sei, und mit Spritzabstand und Druck zu spielen ...
Nun gut, Grundierung geordert und parallel zum Grundieren des Rumpfes mal ein paar Testreihen gemacht. Hauchdünn und mit höheren Druck aufgespritzt trockneten Farbe und Grundierung tatsächlich zumindest "wasserresistent" auf. Trotzdem musste jede Schicht mehrere Tage durchtrocknen, damit sie belastbar wurde ...

Gur, das mit der Grundierunge hatte geklappt und die erste Schicht Magenta sah auch gut aus. Es war zwar wieder etwas Staub drin, aber nach langer Trockenpause  (ja, wieder diverse Dienstreisen) dachte ich mir nichts dabei, den rausschleifen zu wollen. Mit Vlies ging das nicht, also doch wieder zum Nassschleifpapier gegriffen  Diesmal war es sogar 1200er.

Es kam, wie es kommen musste. Die Farbe hielt nicht und jeder Wassertropfen hinterlies nicht mehr zu beseitigende Flecken. Also, wieder alles runter - nein, nicht ganz! Die Grundierung hielt diesmal.
Also, die nächste Schicht Magenta auf' Deck rauf. Diesmal ließ ich die Schicht in Ruhe. Habe abgeklebt und gleich den Rumpf schwarz gespritzt. So weit so gut. Nach der obligatorischen Trockenpause habe ich erst einmal 2K-Lack gespritzt. Das sah gar nicht so schlecht aus, war aber von einer Glanzlackierung weit entfernt. Die Standarddüse der Colani ist zu fein dafür, es geht ncht genug Farbe durch.

Egal, so etwas kann man nachbessern, aber erst einmal musste der Staub aus der Schicht ...

Genau - jetzt ist gar keine Airbrushfarbe mehr drauf und der Rumpf ist wieder konventionell aus der Sprühdose lackiert..


Endlich erstrahlt die Mk II in den P-Sails Werftfarben


Aber nicht etwa, dass das etwa problemlos ging. Vom Klebeband blieb ein großer Teil des Klebers auf dem Lack zurück. Immerhin ließ sich der mit Silikonentferner abwischen und Siliconentferner greift den Acrylsprühlack wenigstens nicht an. Den Spiegel hatte ich aber mit Maskierfolie abgeklebt. Da blieb die Haftkleberschicht komplett auf der darunterliegenden Lackschicht hängen und ließ sich nur mit Pinselreiniger wieder abwaschen. Ich habe den Lack zwar ganz gut aufpoliert bekommen, aber genau darf man sich den Spiegel nicht anschauen.

Die 2K-Lackiererei habe ich inzwischen auch in den Griff bekommen - größere Düse und Farbhebel voll durchgezogen - nur die Airbrush Basislacke sind mir noch immer ein Buch mit sieben Siegeln.