Montag, 19. August 2019

Printed Matter Teil 10 - Die "Mantarine" segelt!




Es ist vollbracht. Mit gut einem Jahr Verzögerung segelt meine Manta endlich. Es war ja nur noch Kleinkram zu machen und irgendwann war auch der geschafft. Auch das neue Rigg war fertig, und an einem grauen Augusttag war es endlich so weit.Wind war, sogar zum Teil ziemlich heftig, Fallböen mit den entsprechenden Winddrehern gab es auch. Das war zwar besser als Flaute, aber ideales Wetter für eine erste Probefahrt sieht anders aus.



Etwas nervös war ich daher schon, als ich die „Mantarine“ das erste Mal ihrem Element übergab. Allerdings gab es keinen Grund dafür. Die Wasserlage war auf Anhieb perfekt, das Boot sprang sehr gut an und drehte wie auf dem Teller. Andy, das Boot ist ein super Entwurf! Nur mein Rigg entsprach nicht ganz meinen Erwartungen. Der Grundtrimm stimmte überhaupt nicht und ich bekam das Großsegel nicht sauber zum Stehen. Mastbiegung und Vorliekskurve wollten partout nicht zusammenpassen, obwohl ich wieder das bewährte Skyshark 2PT Mastrohr verwendet hatte. Den Twist bekam ich auch nicht unter Kontrolle, obwohl bei der Vorbereitung alles gut aussah.

Die "Mantarine" hoch am Wind. Bei genauem Hinsehen sieht man Falten und Gegenbauch im Großsegel, die nicht auf die hier noch zu dicht stehende Fock zurückzuführen sind.

Vor dem Wind zeigte die "Mantarine" trotz heftige Böen wenig Tendenz zum Unterschneiden.

Gut, für die herrschenden Bedingungen war das Rigg eigentlich auch nicht entworfen, aber so durfte das nicht sein. Erst zu Hause in der Werkstatt fand ich des Rätsels Lösung. Die Riggspannung war viel zu schwach. Das sehr hohe, schlanke Rigg erfordert doch erheblichen mehr „Dampf“ auf Vor- und Achterstag als gedacht, um die Mastbiegung besser zu kontrollieren. Das Großsegel stand danach auch sofort erheblich besser, und eine weitere, kräftige Verschiebung des Holepunktes für das Großsegelschothorn nach vorn brachte dann auch den Twist endlich unter Kontrolle. Jetzt steht nur die nächste Testfahrt an und dann sollte das Boot für Leipzig fertig sein.

Aber warum eigentlich "Mantarine"? Das Projekt war unter dem Namen "Printed Matter" gestartet, allerdings zu Zeiten, wo ich noch mit weißem PLA zugange war. Mit dem Wechsel auf das neon-orange Material passt der Name aber überhaupt nicht mehr. In einem launigen Gerangel mit meiner Frau entstand dann die "Mantarine" - und dabei sollte es auch bleiben.

Das Projekt "Printed Matter" ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Ich habe ja neulich schon erste Teile für Andy's neue Manta EVO vorgestellt. Zu Silbergrau passt der Name dann eigentlich wieder ...

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