Dienstag, 12. November 2019

Printed Matter - Leipzig, Upgrade und Totalschaden

Die iDM 2019 ist nun auch schon wieder Geschichte und die Mantarine war dabei. Das war das Positive ...

Was ist passiert? Hier der Reihe nach.

Sommerliche Bedingungen am ersten Tag

Bei tollem Wetter am ersten Tag der iDM lief es erst einmal durchwachsen. Das Boot neu und ungewohnt, der Skipper aus der Übung. Ein bisschen Pendeln zwischen B- und A-Gruppe, aber eindeutig keine Chance dauerhaft in A mitzusegeln. Am Boot lag es aber nicht. Dann ein unerkärlicher Wassereinbruch und ein angeknacktes Rigg - keine Ahnung woher ...

Am Sonntag gab es eine deutliche Wetterverschlechterung und Wind ohne Ende. Ohne B- oder gar C-Rigg ging gar nichts. Ich hatte für die Mantarine aber so etwas nicht im Gepäck und ein Bootswechsel wurde von der Wettfahrtleitung abgelehnt. Der ungeklärte Wassereinbruch reichte als Begründung nicht aus. Verzockt ...

Am Sonntag: Andy's Manta EVO beim Abtauchen unter B-Rigg
So rächt es sich, wenn man mit neuem Boot ohne komplette Riggpalette und ohne ausreichendes Training zu einer iDM fährt.

In der Werkstatt war dann erst einmal Schadenanalyse angesagt. Ich stellte fest, dass das Boot einen heftigen Schlag abbekommen haben musste. Es hatte das Boot einmal aus dem Ständer geweht, möglicherweise dadurch. Auf dem Wasser hatte es keine Situation gegeben, bei der das passiert sein konnte.

Eine Rumpfnaht war auf etwa 1cm Länge aufgerissen, der Swingbaum war angebrochen und die Verklebung im Mastkreuz war abgeschert. Außerdem hatte sich in Leipzig herausgestellt, dass der Verschlussdeckel nicht verlässlich hielt und immer separat mit einem Klebestreifen gesichert werden musste.

Die aufgerissene Rumpfnaht liegt direkt neben der Halterung des Segelservos
Die Rumpfnaht war direkt an der Halterung des Segelservos aufgegangen. Die sitzt aber auch genau auf der "falschen" Seite der Klebelasche. Wenn jetzt das Rigg einen Schlag bekommt, überträgt sich das auf's Segelservo und reisst an der Klebelasche ...

Da die Verklebung der Servohalterung mit Polyesterspachtel super gehalten hat, habe ich die Schadenstelle zunächst mit Azeton ausgepinselt (Dieses PLA lässt sich ja mit Azeton kleben), dann habe ich Sekundenkleber hineinlaufen lassen und zum Schluss 3 Lagen 25g Glasgewebe mit Polyester darüber laminiert.

Ein neuer Deckel wurde gezeichnet und gedruckt.

Der neue Deckel hat eine Daumenlasche zum leichteren Öffnen und einen PLA-Stützring für besseren Sitz
Dann ging es an ein neues Rigg, diesmal aus Pfeilschäften. Um Andy's Druckteile für die Evo nutzen zu können, musste ein neuer Mastcontroller her, eine gute Fingerübung in FreeCAD.

Der neue Mastcontroller als FreeCAD Design
Der Controller druckte und parallel dazu drehte ich einen neuen Mastfuß, als es am anderen Ende der Werkstatt schepperte. Irgendetwas war ins Rutschen geraten und die Mantarine nebst Ständer machte eine Abgang von der Werkbank.

Das Loch im Heck der Mantarine ist irreparabel. Man kommt von innen nicht ran.
Die Mantarine landete auf dem Heck, vermutlich genau auf der Kante zum Spiegel. Das hält das spröde PLA nicht aus. Der Heckspiegel ist eingedrückt und ein Teil der Bordwand ist herausgebrochen. An die Stelle kommt man von innen nicht ran, der Schaden ist damit irreparabel. Ein Abtrennen und Auswechseln des ganzen Hecksegments ist auch praktisch nicht möglich, da die Klebenähte mitt Azeton verschweißt sind...

Fazit

Die Manta 2017 ist ein schönes Boot, die 3D-Drucktechnik funktioniert, aber man muss sich bei der Konstruktion von einigen herkömmlichen Denkschemata lösen. Man muss auf ganz andere, neue Dinge achten. Außerdem ist die Materialfrage noch nicht endgültig gelöst. PLA geht, ist aber schlagempfindlich. PETG ist schwer und neigt zum Beulen, Nylon benötigt sehr hohe Temperaturen. ABS neigt zum Verziehen und braucht einen abgeschlossenen Bauraum.
Mein heimlicher Favorit ist im Moment PLA+. Leicht zu Drucken, etwas temperaturstabiler als normales PLA und deutlich weniger spröde.

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