Sonntag, 11. April 2021

FreeCAD lernen ... Die RC-Komponenten

 Eine Fingerübung für zwischendurch.

Die ganze 3D-Zeichnerei macht keinen Spaß, wenn man zwischendurch immer wieder Standardteile zeichnen muss. Von daher ist es sinnvoll, möglichst rasch eine Bibliothek von Standardkomponenten anzulegen. Dazu gehören die diversen Segel und Ruderservos, Empfänger, Gestängeanschlüsse u.v.a.m. Glücklicherweise braucht man sich wenigstens um gängige Schrauben und Muttern nicht zu kümmern, die gibt es i.d.R. frei im Netz. FreeCAD bringt sogar eine eigene Workbenches dafür mit. "Fasteners" heißt die Workbench, die ich normalerweise nutze, und mit der sich alle gängigen Schraubentypen bereitstellen lassen.

Da Servos, Empfänger etc relativ einfach aufgebaut sind, sind es gute Fingerübungen für zwischendurch, um mit der Handhabung von FreeCAD vertraut zu werden. Es geht immer darum. Grundkörper wie Zylinder, Würfel oder Kegel geschickt zu kombinieren, 2D Skizzen ins dreidimensionale zu extrudieren und immer wieder die Boole'schen Funktionen anzuwenden.

In meine RGs gehören derzeit als Standardausstattung:

- ein Empfänger MPX RX-5 light

- ein D-Power HVS-228 als Ruderservo

- und ein Hitec HS 7245 als Segelservo

Derartige Modelle helfen ungemein, den Platzbedarf abzuschätzen, und Halterungen zu planen. Diesen drei Komponenten werden wir im Laufe dieser Serie noch ein paar Mal begegnen. Darüberhinaus nutze ich freie Zeit immer wieder, weitere Empfänger, Servos. etc zu zeichnen und in mein Archiv zu übernehmen.

... to be continued ...




Samstag, 10. April 2021

FreeCAD lernen (3) - die Revisionsöffnungen


 Mit dem Datentransfer von DELFTship oder FREEship nach FREEcad ist erst die erste Hürde genommen. Das Rumpfmodell ist bisher ja nur eine Repräsentation der Linien, die jetzt erst einmal für den Segelbetrieb, aber auch für den Bau vorbereitet werden muss.

In einem ersten Schritt entstehen dafür die Revisionsöffnungen. Der Rumpfrohling liegt als Festkörper (SOLID) vor. Also benötigen wir für jede Öffnung eine Art Stempel. Für Ober- und Unterseite so eines Stempels ist jeweils eine Skizze anzufertigen. Die Austragung erfolgt mit der Loftfunktion.

Die Plugs für die Vorschiffsöffnungen



Mit diesem Vorgehen sind auch "schiefe" Austragungen möglich, so dass man die Neigungswinkel der Kanten unabhängig gestalten kann. Das ist insofern wichtig, als der 3D Druck in der z-Achse keine Treppen in der Oberfläche verträgt. Es würden Lücken in der Oberfläche entstehen.

Wenn man mit Aussehen und Positionierung der Plugs zufrieden ist, kann man durch eine simple Parallelverschiebung des Rumpfes (im Bild nach unten) um einige mm die Plugs auf der Unterseite beschneiden. Der verschobene Rumpf dient dabei als Schneidewerkzeug. Umgekehrt dienen die fertigen Plugs als Werkzeug, um die Öffnungen in den Rumpfblock zu schneiden. Das geschieht  mit der Boole'schen Differenzfunktion.

Die Öffnungen werden als Vertiefungen gedruckt und später ausgeschnitten

Dieses Vorgehen wird uns noch öfter begegnen.

... to be continued ...


Sonntag, 28. März 2021

FreeCad lernen ...


 ... von DELFTship nach FreeCAD

Nachdem ich mit dem IGES-Dateiformat  grandios gescheitert war, und die Übernahme von STL-Daten nach FreeCAD immer wieder zu merkwürdigen Effekten führte, bekam ich von Kuddel den Tipp, es doch mal mit .OBJ Dateien zu versuchen. Im Gegensatz zu vielen STL-Dateien haben OBJ-Dateien eine recht regelmäßige Struktur, da ihnen ein Viereck-Gitter zugrunde liegt. Das von DELFTship erzeugte STL-File sieht zwar auf den ersten Blick fast genauso aus, aber irgendwo müssen Unterschiede sein ...


Das OBJ Oberflächennetz aus DELFTship bzw.
FREEship bildet die Basis für die weitere Bearbeitung

Das OBJ File wird geladen, in der Part Workbench eine "Form" umgewandelt und anschließend zu einem Festkörper (Solid) gemacht. Bei dieser Gelegenheit sollte man den Riss auch gleich auf die gewünschte Größe bringen. DELFTship gibt die Größen in Metern aus, FreeCAD interpretiert sie aber als Millimeter. Der Rumpf wäre in FreeCAD daher ohne Skalierung ein bisschen lütt. Das Hochvergrößern macht man leicht in der Draft WB.

Hat man das geschafft, sieht die ganze Angelegenheit schon einmal aus wie ein Boot und nicht mehr, wie ein alter Küchenlappen.

In der schattierten Darstellung kann man bereits erahnen,
wie das Boot am Ende einmal aussehen wird.

So weit so gut. Der Rumpf ist geladen und liegt ein einem bearbeitbaren Format vor. Es kann also um die Einbauten gestritten werden...

... to be continued ...

btw, es hat den lang erwarteten größeren Update bei FreeCAD gegeben. Die Version 0.19.1 ist jetzt offziell released

FreeCAD lernen ...

 ... so lautet ein Thread-Titel im RG65 Forum. Wenn man, wie ich, aus einer völlig anderen Branche kommt, ist das kein leichtes Unterfangen, 3D Konstruktion zu lernen, und kostet viel Zeit. Erschwerend kommt hinzu, dass das Programm FreeCAD eigentlich immer noch im Beta-Stadium ist. Die Entwickler tun  sicher ihr Bestes, um die nächste Version (0.19) zu veröffentlichen, aber manchmal ist es für einen Anfänger schwer zu unterscheiden, ob der Bug im Programm zu suchen ist, oder zwischenden Ohren des Nutzers.

Egal, ich habe mich in den letzten Monaten daran festgebissen, und kann, so glaube ich, inzwischen ganz brauchbare Ergebnisse vorzeigen. Heute möchte ich Euch eine Designstudie vorstellen, die in Zusammenarbeit mit Andy Hoffmann und mit Unterstützung von Andreas "Kuddel" Kudella entstanden ist. Ganz großes Dankeschön an beide!

Designstudie "Stingray"

Es geht mal wieder um eine RG65. Andy hat mir freundlicherweise einen Riss aus seiner Manta-Familie zur Verfügung gestellt, und ich habe in den letzten Wochen versucht, etwas Druckbares daraus zu machen. In den nächsten Beiträgen möchte ich den Weg dahin skizzieren.

Ein Knackpunkt bei FreeCAD sind noch immer die Freiform-Flächen, eine wesentliche Voraussetzung, um am Rechner Bootsrümpfe zu konstruieren. Das liegt wohl an der Grafikbibliothek, auf der FreeCAD aufbaut. Es gibt inzwischen viele Add-ons die versuchen, hier Abhilfe zu schaffen, aber, um ehrlich zu sein, ich fange  gerade erst an, mit diesen Werkzeugen herumzukratzen. Umgehen kann ich damit noch nicht. Andy hatte den Riss ohnehin in FREEship / DELFTship gebaut, so dass ein Workflow her musste, mit dem ein DELFTship-Riss nach FreeCAD exportiert werden konnte.

IGES könnte so ein Weg sein, wenn es da nicht Versionsinkompatibilitäten gäbe. FreeCAD kann mit dem IGES Dateien von FREEship nichts anfangen. Eine saubere Konvertierung habe ich bisher nur mit Fusion360 geschafft. Gerade das wollte ich aber umgehen ...

... to be continued ...