Mittwoch, 15. Oktober 2025

C53 - wie wäre es mit etwas neuem?

Moin, zusammen

nachdem bei RC-Network und in der Zeitschrift Modellwerft die Class530 - oder kurz C53 - vorgestellt wurde, will ich mit meiner „Pink-Serie“ hier im Blog nicht hinter dem Berg halten. Ich schrieb es ja schon irgendwo, Ausgangspunkt war einmal, die „bessere MM“ zu entwickeln, und eine gerade abgeschlossene Rekonstruktion des Illbruck-Risses. Die Rekonstruktion des Illbruck-Spantmodells war insofern kniffelig, weil sich das Boot durch drei Gleitflächen in der hinteren Boothälfte auszeichnet und die Bordwände mittschiffs deutlich beschnitten sind, um die Bootsbreite aus das damals beim VOR vorgeschriebene Limit zu beschränken. Die Idee mit den 3 Gleitflächen fanden Kuddel und ich gut und wir haben unabhängig voneinander einen Riss entwickelt, auf den ein MM-Rigg passen sollte und unter den MM-Anhänge für ein vernünftiges Segelverhalten sorgen sollte.

  

Der erste Entwurf, noch sehr Illbruck-like

Quelle: Chevalier Taglang: VOLVO OCEAN RACE - YACHT DRAWINGS - DESIGN EVOLUTION - 2001-2002, 2005-2006 & 2011-2012

Mit der Verdrängung orientierte ich mich ebenfalls an der MM und peilte 800-850g ready-to-sail an. Der erste Entwurf war noch sehr vom Aussehen der Illbruck geprägt. Sah ja ganz nett aus, aber versprach noch keine überzeugenden Segeleigenschaften. Die Kenngrößen, die ein Modellsegelboot erfüllen sollte, sind ja von Claudio Diolaiti in seinem Buch gut zusammengestellt worden, passten noch nicht wirklich. Also wurden die Linien so „verbogen“, dass die Parameter, insbesondere die Druckpunkte, in den grünen Bereich kamen. Bei der Gelegenheit bekam das Boot auch einen senkrechten Steven und einen anderen, größeren Aufbau. Die Pink 1 („the pink 1“) war geboren.

Nun ja, eine Fehlgeburt war es nicht, aber auch kein voller Erfolg. Bei Wind war es ganz ok. Sie lief gut und manövrierte auch vernünftig, aber bei wenig Wind war sie eine Katastrophe. Leegierig ohne Ende war sie unter Flautenbedingungen nicht durch den Wind zu bringen.

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"the pink 1" - vom Entwurf zum Modell

Was war passiert? Mit der Meinung, das lässt sich wegtrimmen, hatte ich einen Parameter, den ich nicht in den grünen Bereich hatte bringen können, ignoriert. Das MM-Rigg, das auf den Rumpf sollte, ließ sich nicht weit genug nach vorn stellen, und der sog. Lead, das ist der Abstand zwischen Lateral- und Segeldruckpunkt, war zu klein. Verschlimmert wurde dieser Designfehler durch ein kräftiges Übergewicht, das den Lateraldruckpunkt zusätzlich noch ein wenig nach vorn verschob.

Damit war ein Redesign des Rumpfes nötig – oder aber als schnelle Lösung ein neues, größeres Ruderblatt. Mit dem neuen Ruderblatt ist die benetzte Fläche zwar deutlich größer als beabsichtigt, aber die „the pink 1“ segelt damit gut und ausgewogen. Irgendwo ist nur noch etwas viel Reibung im Schotsystem – aber das bekomme ich auch noch in den Griff.

„Redesign“ des Rumpfes war das Stichwort. Um den Lateraldruckpunkt auch mit dem kleinen Ruderblatt ein Stückchen nach hinten zu bekommen, musste der Verdrängungsschwerpunkt etwas nach hinten rutschen. Dazu verschob ich die tiefste Stelle der Rockerlinie etwas nach achtern. Der Bugbereich wird dadurch flacher, der Heckbereich etwas fülliger. Außerdem musste der Schwerpunkt der Wasserlinienfläche auch etwas nach hinten. Dank des parametrischen Designs in FreeCAD besorgte den Rest der Computer. Nach einigen durchgerechneten Beispielen legte ich mich auf einen Entwurf fest. Das Bild zeigt die im Computer übereinander gelegten Rumpfmodelle von „the pink 1“ (magenta) und „Pinky2“ (blau).

 


Beim Vorbereiten der Druckdateien konnte ich gleich einige Kinderkrankheiten des ersten Entwurfs beseitigen. Der Aufbau wurde umgestaltet. An der ersten Version verhakte sich die Schot gerne an der hinteren Ecke. Der Rumpf der ersten Version war zu schwer und musste leichter werden. Inzwischen hatte ich von Gerd Mentges (gm-Yachts) einen Hinweis auf das Hochtemperatur-Light-Weight- Filament von ColorFabb erhalten. Das kombiniert das einfache Drucken von PLA mit der Schaumtechnologie bei einer deutlich erhöhten Temperaturstabilität.

Das Gewicht der „Pinky 2“ konnte ich damit auf unter 800g drücken.


Die ersten Tests zeigten, dass die Theorie stimmt. Mit dem korrigierten Lead segelte die „Pinky 2“ so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mit den veränderten Rumpflinien passte jetzt auch das kleine Ruder. Zusammen mit der geringeren Verdrängung ist die benetzte Oberfläche deutlich kleiner und das Boot springt hervorragend ab. Bei stärkerem Wind wirkt das Boot etwas rank. Man spürt aber deutlich den Stabilitätszuwachs, wenn sich das Boot auf die seitlichen Gleitflächen legt. Bei richtigem Trimm verträgt die „Pinky 2“ einiges an Wind. Bei Trimmfehlern kann sie aber sehr zickig werden. Bei ausreichendem Wind konnte ich lange Surfs und sogar echte Gleitfahrten beobachten. Das GPS an Bord zeigte schon Geschwindigkeiten bis 7km/h an, was mehr als der doppelten Rumpfgeschwindigkeit entspricht.


Inzwischen ist die Entwicklung eines Druckbaukastens weitgehend abgeschlossen. Ich beabsichtige, bei Interesse die STL-Dateien gegen einen Unkostenbeitrag zur Verfügung zu stellen, sobald die letzten Optimierungen abgeschlossen sind.


Der Bau des Modells erfolgte komplett im 3D Druck mit LW-PLA-HT Filament von colorfabb


Die Entwicklung:
hintere Reihe von rechts nach links: MM classic - the pink 1 - Pinkey 2
Vorn rechts die "Illbruck-like", vorn links: die Optimierung geht weiter - No.3


Freitag, 26. September 2025

Class530 - ein Boot entsteht virtuell

 Moin,

ich habe gerade bei YouTube ein Video hochgeladen, das zeigt, wie ein 3d-gedrucktes Boot virtuell entsteht. Das gezeigte Modell ist die "the pink 1", die ich in der MW 10/25 vorgestellt habe. Das Video wird ab 27-09-25, 0:00 Uhr zu sehen sein.

Stay tuned ...

Donnerstag, 11. September 2025

 Hallo, zusammen,

jetzt ist es soweit. In diesen Tagen erscheint das Oktoberheft der Zeitschrift MW. In dieser Ausgabe beschreibe ich die Grundidee der Class530 (kurz C53) und die Entwicklung des ersten Prototyps, der sich bereits wacker geschlagen hat. Da es sich um die aktuelle Ausgabe handelt kann ich hier als Teaser nur das Titelbild posten. Ich denke, das macht aber trotzdem Appetit auf mehr.


Spannend wird es das erste Mal in der nächsten Woche, wenn die drei Prototypen von Andreas "Kuddel" Kudella (aka Blaubaer), Klaus Bartholomä (aka Piperfreund) und mir das erste Mal aufeinander treffen.

Einzelheiten zu meinem aktuellen Boot und zu den Klassenvorschriften erscheinen dann im Novemberheft.

Wie heißt das so schön auf Norddeutsch? Kiek mol wedder in ...

Bis denne
Achim 


Sonntag, 10. August 2025

C53 - eine neue Konstruktionsklasse?

Hallo, zusammen,

jetzt hat doch alles wieder viel länger gedauert als geplant, aber nun deutet sich (hoffentlich) "Großes" an.

Kuddel (aka Blaubär) und ich haben uns etwas ausgeknobelt, mit dem wir hoffen, die Bastler- und Tüftlerszene im Norden und Osten der Republik wiederzubeleben. Leider hat ja hierzulande die Übernahme der RG65 durch die DKVRCS zu einem völligen Zusammenbruch der Szene geführt. Was also tun? Die RG wird immer strenger reglementiert und geht aus meiner Perspektive den Weg der IOM. M-Boote sind zu teuer und 10er zu groß für viele Modellwerften. Selbst die MM hat viel Schwung verloren und ist auch stark in Richtung Einheitsklasse gedriftet. Was fehlt, ist eine kleine, weitgehend offene Konstruktionsklasse, die auch unkonventionelle Lösungen zulässt. 

Angefangen hat alles mit der Frage: "Kann man eine MM besser machen?" Herausgekommen ist eine extrem einfache Klassenvorschrift, die auch Platz für eine MM bietet. Die ersten Boote sind einsatzbereit. Ich habe zwei Prototypen fertig, die sich schon gut in MM-Feldern behauptet haben. Kuddels Prototyp ist kurz vor der Fertigstellung, und gerade heute hat Klaus Bartholomä von b-boats, der mit in die Entwicklung eingestiegen ist, erstmals seinen Prototypen gezeigt.

Die Entwicklungsgeschichte meiner Interpretation der Class530 (oder kurz C53) wird in den nächsten beiden Heften der ModellWerft im Detail vorgestellt. 

Neuigkeiten zum Thema werde ich hier an dieser Stelle und bei rc-network posten. Für heute sollen diese Vorabinfos und das Klassenzeichen erst einmal reichen.





Samstag, 26. Oktober 2024

Restart

 Hallo, liebe RC-Segelgemeinde, 

ich hoffe, ihr habt mich noch nicht ganz vergessen. Bedingt durch einige private Umstände und durch das Gezerre rund um die RG65-Klasse ist bei mir der Blog und meine Homepage in den letzten Jahren arg in's Hintertreffen geraten. Aber jetzt soll es mit neuem Fokus wieder losgehen. Die RG65 wird, nach dem die Szene in meinem Umfeld völlig zusammmengebrochen ist, nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Dafür wird es verstärkt um konstruktive Belange und eher experimentelle RC-Segelei gehen und es werden auch Beiträge aus ganz anderen Ecken der Modellbauerei auftauchen. Ich habe schon einige spannende Beiträge in der Pipeline.  

Bis es soweit ist, bitte ich aber noch um einige Tage Geduld. Schaut einfach ab und zu mal vorbei.

Bis demnächst

Euer Achim

Mittwoch, 6. Oktober 2021

RG65-Stingray - Vom Linienriss zur "Artist's Impression"

 oder: Es muss nicht immer FreeCAD sein

In FreeCAD habe ich mich jetzt halbwegs eingefummelt. Die ersten Rümpfe sind teils in Kombination mit DelftSHIP teils komplett in FreeCAD entstanden. Den Stingray-Baukasten habe ich ebenfalls in FreeCAD entwickelt. Dass es aber auch anders geht, hat mein Freund Kuddel gezeigt. Er hatte sich parallel zu meinen FreeCAD Bemühungen um Blender gekümmert. Blender und FreeCAD haben sich zusammen mit DelftSHIP als super Kombination erwiesen. Die Entwicklung des Stingray-Baukastens hat mich jetzt dazu veranlasst, mich auch mit Blender zu befassen. Das macht eine durchgängige Linie vom einfachen Linienriss bis zur fotorealistischen Simulation möglich. Ich habe das am Beispiel der Stingray einmal durchgespielt.

Es begann alles mit einem Linienriss von Andy, erstellt in FreeSHIP, den ich nach DelftSHIP übernommen habe.

In der "P-Sails-Version" ist nur die Optik angepasst. Die Bugsektion hat eine leichte Wave-Piercer Form erhalten. Das ist alles noch in DelftSHIP passiert.

Die Baukastenentwicklung erfolgte dann komplett in FreeCAD. Das Bild zeigt das Ergebnis: Die komplett durchkonstruierte Stingray mit Anhängen und (C-)Rigg (C, damit das Bild in der Vertikalen nicht zu groß wird). Wie man sieht, kann FreeCAD schon ganz nette Bildchen erstellen. Mit Blender lässt sich aber noch ein's draufsetzen. Man kann zum einen virtuell die Passgenauigkeit der in FreeCAD erstellten STL-Dateien überprüfen, man kann aber auch fotorealistische Simulationen erstellen.

 

Das digitale Modell auf dem Bild ist Stück für Stück aus den Einzelteilen des Stingray-Baukastens zusammengesetzt. Den Rest liefern Blender (Wasser und Beleuchtung) und ein Foto für den Himmel.

... auch eine Form des Modellbaus ...


Dienstag, 21. September 2021

2 neue RGs hatten Stapellauf: Nr.2 - RG-65 Stingray

 Hallo,

ich bin Euch ja noch die Info über die zweite neue RG schuldig...

Als treue  Leser meines Blogs habt ihr sicher die Reihe "FreeCAD lernen" mitverfolgt - kein Tutorial, sondern eher ein Leidensweg. Alles drehte sich dabei um die Entwicklung eines CAD-Modells einer neuen RG65. Die Linien stammen wieder von Andy Hoffmann, die Ausarbeitung im CAD lag diesmal in meiner Hand.


Samstag, 4. September 2021

Rapid Prototyping - Ruder und Kielflossen im 3D Druck

 


Mit der Einführung des 3D-Drucks ist vieles im Modellbau einfacher geworden. Kleinteile aber auch ganze Boote lassen sich drucken und vieles kann "mal eben schnell" ausprobiert werden. Ich habe mich deshalb vor einer Weile einmmal etwas intensiver mit dem Drucken von Segelbootsanhängen (Ruder und Kiele) beschäftigt. Es geht wirklich - zumindest in den kleinen Bootsklassen. Eine Zusammenfassung meiner Erfahrungen habe ich in der MW 08/2021 veröffentlicht. Der VTH hat es mir freundlicherweise gestattet, den Artikel zum Download bereitzustellen.

Freitag, 3. September 2021

2 neue RGs hatten Stapellauf: Nr.1 - eine Manta EVO

 Hallo,

man glaubt es kaum: im RG-Forum gibt es kaum noch Aktivitäten, der DSV hat die C65 wieder aufgegeben, und was die Querelen mit DSV und DKVRCS nicht geschafft haben, hat Corona platt gemacht. Die Klasse liegt darnieder und ich Idiot baue zwei neue, regattafähige RGs ...

Genug gejammert, es kann ja nur besser werden und es ist Zeit hier mal wieder was zu schreiben.

Meine Mantarine, eine Manta2017, hat im Endeffekt ihren ersten Regattaeinsatz nicht überlebt. Mangelnde Erfahrung im 3D-Druck und ein Missgeschick bei der Reparatur machten ihr den Garaus. Meine beiden Klassiker, die No.3 und die NeKst Round sind wie der Eigner in die Jahre gekommen (und sind günstig abzugeben). Es war also Zeit für Erneuerung. Bei den Booten geht das ja, beim Eigner wird es allerdings schon schwieriger. 

Was also tun? Ganz einfach, Risse von Andy Hoffmann sind immer für einen der vorderen Plätze gut.

Die Manta EVO aus dem Hause Andreas Hoffmann ist ja inzwischen sicher allgemein bekannt. Sie ist kommerziell erhältlich. Es gibt sie aber auch als Druckbaukasten (eine Sammlung von STL-Dateien) bei Andy direkt. Da ich diese Baukastenentwicklung als Tester mit begleiten durfte, lag es nahe, eine EVO zu bauen. Den Baukasten und den Aufbau einer MantaEVO daraus habe ich in der akuellen Modellwerft (Heft 09/2021) beschrieben.Meine EVO ist in PLA+ gedruckt und einmal etwas aufwändiger lackiert. (Ja, und ich weiß, das Großsegel benötigt etwas Zuwendung ...)

Dienstag, 22. Juni 2021

FreeCAD lernen - Kielkasten, Masttasche und Schotführung

Wenn man soweit vorgedrungen ist, fällt die FreeCAD Bedienung langsam etwas leichter und man kann sich schwierigeren Themen zuwenden. Mit den bisher geübten Fähigkeiten geht es an die letzten Innereien, die es aber noch einmal in sich haben.

Die ganzen "Innereien" müssen sauber unter Berücksichtigung der richtigen Wandstärke in den Rumpf eingepasst werden

Sonntag, 13. Juni 2021

FreeCAD Lernen - der Einbau der RC-Komponenten

Beim "Einrichten" der Technikwanne wird deutlich, warum ich den Aufwand mit der Modellierung der RC-Komponenten getrieben habe. Es ist einfacher, den Einbau am Rechner zu testen, als alle Fehlversuche am "lebendigen Objekt" zu machen.

... passt, wackelt und hat Luft! Der virtuelle Zusammenbau ermöglicht ein optimales Platzieren der Komponenten am Rechner

Das war inbesondere bei dem Rudergestänge wichtig. So reichte in den ersten zwei Anläufen der Platz nicht. Der Boden der Wanne musste tiefer gelegt werden und der Kugelkopfanschluss musste auf die Unterseite des Steuerhebels. Gleichzeitig durfte das Servo aber nicht gegen den Rumpfboden drücken. Hier gab es nur wenige Millimeter Spielraum. Das "analog" anzupassen, hätte sicher mehrere Fehlversuche gekostet.

Donnerstag, 10. Juni 2021

FreeCAD lernen - weiter im Text

... schon wieder 4 Wochen um ... tz, tz, tz, ...

In den letzten Wochen habe ich viel an dem Design herumgefeilt, den Prototyp weiter aufgebaut und den Feedback von meinen Beta-Testern ausgewertet - Danke, Hano und Kuddel!

Neben den großen Revisionsöffnungen im Vorschiff gibt es einen Technikraum im Achterschiff. In diese "Vertiefung" werden die Empfängerhalterung, die Halterung für das Ruderservo und der Ruderkoker integriert. Später soll das alles in einem Rutsch zusammmen gedruckt werden.


Sonntag, 11. April 2021

FreeCAD lernen ... Die RC-Komponenten

 Eine Fingerübung für zwischendurch.

Die ganze 3D-Zeichnerei macht keinen Spaß, wenn man zwischendurch immer wieder Standardteile zeichnen muss. Von daher ist es sinnvoll, möglichst rasch eine Bibliothek von Standardkomponenten anzulegen. Dazu gehören die diversen Segel und Ruderservos, Empfänger, Gestängeanschlüsse u.v.a.m. Glücklicherweise braucht man sich wenigstens um gängige Schrauben und Muttern nicht zu kümmern, die gibt es i.d.R. frei im Netz. FreeCAD bringt sogar eine eigene Workbenches dafür mit. "Fasteners" heißt die Workbench, die ich normalerweise nutze, und mit der sich alle gängigen Schraubentypen bereitstellen lassen.

Da Servos, Empfänger etc relativ einfach aufgebaut sind, sind es gute Fingerübungen für zwischendurch, um mit der Handhabung von FreeCAD vertraut zu werden. Es geht immer darum. Grundkörper wie Zylinder, Würfel oder Kegel geschickt zu kombinieren, 2D Skizzen ins dreidimensionale zu extrudieren und immer wieder die Boole'schen Funktionen anzuwenden.

In meine RGs gehören derzeit als Standardausstattung:

- ein Empfänger MPX RX-5 light

 

Samstag, 10. April 2021

FreeCAD lernen (3) - die Revisionsöffnungen


 Mit dem Datentransfer von DELFTship oder FREEship nach FREEcad ist erst die erste Hürde genommen. Das Rumpfmodell ist bisher ja nur eine Repräsentation der Linien, die jetzt erst einmal für den Segelbetrieb, aber auch für den Bau vorbereitet werden muss.

In einem ersten Schritt entstehen dafür die Revisionsöffnungen. Der Rumpfrohling liegt als Festkörper (SOLID) vor. Also benötigen wir für jede Öffnung eine Art Stempel. Für Ober- und Unterseite so eines Stempels ist jeweils eine Skizze anzufertigen. Die Austragung erfolgt mit der Loftfunktion.

Die Plugs für die Vorschiffsöffnungen



Mit diesem Vorgehen sind auch "schiefe" Austragungen möglich, so dass man die Neigungswinkel der Kanten unabhängig gestalten kann. Das ist insofern wichtig, als der 3D Druck in der z-Achse keine Treppen in der Oberfläche verträgt. Es würden Lücken in der Oberfläche entstehen.

Wenn man mit Aussehen und Positionierung der Plugs zufrieden ist, kann man durch eine simple Parallelverschiebung des Rumpfes (im Bild nach unten) um einige mm die Plugs auf der Unterseite beschneiden. Der verschobene Rumpf dient dabei als Schneidewerkzeug. Umgekehrt dienen die fertigen Plugs als Werkzeug, um die Öffnungen in den Rumpfblock zu schneiden. Das geschieht  mit der Boole'schen Differenzfunktion.

Die Öffnungen werden als Vertiefungen gedruckt und später ausgeschnitten

Dieses Vorgehen wird uns noch öfter begegnen.

... to be continued ...


Sonntag, 28. März 2021

FreeCad lernen ...


 ... von DELFTship nach FreeCAD

Nachdem ich mit dem IGES-Dateiformat  grandios gescheitert war, und die Übernahme von STL-Daten nach FreeCAD immer wieder zu merkwürdigen Effekten führte, bekam ich von Kuddel den Tipp, es doch mal mit .OBJ Dateien zu versuchen. Im Gegensatz zu vielen STL-Dateien haben OBJ-Dateien eine recht regelmäßige Struktur, da ihnen ein Viereck-Gitter zugrunde liegt. Das von DELFTship erzeugte STL-File sieht zwar auf den ersten Blick fast genauso aus, aber irgendwo müssen Unterschiede sein ...


Das OBJ Oberflächennetz aus DELFTship bzw.
FREEship bildet die Basis für die weitere Bearbeitung

FreeCAD lernen ...

 ... so lautet ein Thread-Titel im RG65 Forum. Wenn man, wie ich, aus einer völlig anderen Branche kommt, ist das kein leichtes Unterfangen, 3D Konstruktion zu lernen, und kostet viel Zeit. Erschwerend kommt hinzu, dass das Programm FreeCAD eigentlich immer noch im Beta-Stadium ist. Die Entwickler tun  sicher ihr Bestes, um die nächste Version (0.19) zu veröffentlichen, aber manchmal ist es für einen Anfänger schwer zu unterscheiden, ob der Bug im Programm zu suchen ist, oder zwischenden Ohren des Nutzers.

Egal, ich habe mich in den letzten Monaten daran festgebissen, und kann, so glaube ich, inzwischen ganz brauchbare Ergebnisse vorzeigen. Heute möchte ich Euch eine Designstudie vorstellen, die in Zusammenarbeit mit Andy Hoffmann und mit Unterstützung von Andreas "Kuddel" Kudella entstanden ist. Ganz großes Dankeschön an beide!

Designstudie "Stingray"

Es geht mal wieder um eine RG65. Andy hat mir freundlicherweise einen Riss aus seiner Manta-Familie zur Verfügung gestellt, und ich habe in den letzten Wochen versucht, etwas Druckbares daraus zu machen. In den nächsten Beiträgen möchte ich den Weg dahin skizzieren.

Ein Knackpunkt bei FreeCAD sind noch immer die Freiform-Flächen, eine wesentliche Voraussetzung, um am Rechner Bootsrümpfe zu konstruieren. Das liegt wohl an der Grafikbibliothek, auf der FreeCAD aufbaut. Es gibt inzwischen viele Add-ons die versuchen, hier Abhilfe zu schaffen, aber, um ehrlich zu sein, ich fange  gerade erst an, mit diesen Werkzeugen herumzukratzen. Umgehen kann ich damit noch nicht. Andy hatte den Riss ohnehin in FREEship / DELFTship gebaut, so dass ein Workflow her musste, mit dem ein DELFTship-Riss nach FreeCAD exportiert werden konnte.

IGES könnte so ein Weg sein, wenn es da nicht Versionsinkompatibilitäten gäbe. FreeCAD kann mit dem IGES Dateien von FREEship nichts anfangen. Eine saubere Konvertierung habe ich bisher nur mit Fusion360 geschafft. Gerade das wollte ich aber umgehen ...

... to be continued ...

Montag, 21. Dezember 2020

Antennenschutz


Da die Beschädigungen der Mantarine durch den Sturz doch gravierender waren als zunächst angenommen, habe ich in den letzten Wochen eine Manta EVO (endlich) fertiggebaut. Ich werde bei Gelegenheit darüber berichten. Eine Kleinigkeit am Rande ist es aber Wert, schon heute separat erwähnt zu werden.

Bei den kleinen Booten gibt es ja immer das Problem, dass die Antenne zumindest bei schwerem Wetter eher unter der Wasserlinie als darüber liegt, was sich häufiger negativ auf die Reichweite auswirkt. Die Antenne sollte also tunlichst an Deck sein. Was bei 40 MHz kein Problem darstellte, ist bei den Antennenstummelchen der 2,4 GHz Anlagen nicht mehr ganz so trivial. Man braucht einmal ein Loch im Deck und zusätzlich einen Schutz für den Antennendraht.

Inspiriert von den Modellfliegern habe ich daher eine "Haifischflosse" designed, in die eine 2,4 GHz Antenne gerade hineinpasst.

Der Antennenschutz ist in zwei Hälften 3D gedruckt und nimmt vorn als Einfädelhilfe ein Teflon-Bowdenzugröhrchen auf. Der Entwurf ist in FreeCAD gemacht und auf meinem HEVO Drucker in PLA+ realisiert.


Die Hälften sollten mit möglichst geringer Layerdicke gedruckt werden (0,1 mm oder weniger), damit die Oberfläche so glatt wie möglich wird. Das Verkleben der Hälften sowie das Einkleben des Teflonschlauchs erfolgt am Besten mit Sekundenkleber. Zum Glätten der nach dem Überschleifen verbliebenen Stufen erhält der Antennenschutz noch eine Lackierung mit Epoxidharz. Danach kenn feingeschliffen und lackiert werden.

Die STL-Dateien für die beiden Hälften können bei Thingiverse heruntergeladen werden.

Eine kurze Beschreibung des verwendeten HEVO Druckers könnt ihr im aktuellen Heft der ModellWerft (01/2021) nachlesen.

 



Samstag, 21. November 2020

Mantarine in der ModellWerft

Im Sommer ist in der Zeitschrift ModellWerft ein zusammenfassender Bericht über den Bau der Mantarine erschienen. Der Verlag für Technik und Handwerk vth hat freundlicherweise zugestimmt, dass ich den Beitrag aus Heft 7 und 8/2020 auf meiner Homepage zum Download bereitstellen kann.

Hier geht's zum Link.

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Ein neues Rigg musste her ...

Nach Leipzig, ich habe ja darüber berichtet, brauche ich nicht nur ein neues Boot, auch das Rigg der Mantarine hatte sich verabschiedet. Der Swingbaum hatte, vermutlich an Land, einen Dätscher abbekommen und war genau am Riggkreuz angebrochen. Da mir der Mast schon bei den Testfahrten eh etwas weich erschien, machte ich mich also dabei, ein neues Rigg zu bauen. Mein Sandwich-Material für Swingbäume ging aber zur Neige und mein bisheriger "Lieferant" (Danke, Andy!) baut seine Riggs neuerdings auf der Basis von Pfeilschäften. Also war mal wieder das Betreten von Neuland angesagt. Anstelle einer neuen Sandwichplatte bekam ich von Andy aber die Dateien für Riggkreuz, Baumbänder und Endstücken, so dass mein 3D Drucker mal wieder eine Weile beschäftigt war.
Eine Handvoll verschiebbarer Baumbänder aus Semisoft TPU (Extrudr)

Dienstag, 12. November 2019

Printed Matter - Leipzig, Upgrade und Totalschaden

Die iDM 2019 ist nun auch schon wieder Geschichte und die Mantarine war dabei. Das war das Positive ...

Was ist passiert? Hier der Reihe nach.

Sommerliche Bedingungen am ersten Tag